Die Mitglieder der Vertreterversammlung wählten Gudrun Jüttner einstimmig in den Aufsichtsrat. Sie folgt auf Wilfried Fiedel, der sich viele Jahre lang für die Genossenschaft engagiert hatte und der im April plötzlich verstorben ist.

Die Sozialarbeiterin, die bei der Stadt Neuss unter anderem Senioren- und Quartiersarbeit leistet, ist langjährige Mieterin der GWG und in ihrem Viertel verwurzelt. In dem neunköpfigen Aufsichtsrat der Wohnungsgenossenschaft ist Gudrun Jüttner eine von zwei Frauen. Als Mitglied stehen für nun pro Jahr sechs Sitzungen dieses Gremiums auf dem Programm. „Die erste Sitzung fand bereits statt“, erzählt sie, „und ich muss sagen, das ist schon eine umfassende Materie, mit der sich das Gremium befasst: Investitionen, Neubauten, Modernisierungen, Mietausstände und vieles mehr.“ In ihrer Funktion als Aufsichtsratsmitglied überwacht sie nun den Vorstand in allen Zweigen der Verwaltung. Eine Aufgabe, die Gudrun Jüttner ernst nimmt. „Im Aufsichtsrat widme ich mich sicherlich auch den Themen der Quartiersgestaltung und -belebung. Außerdem den Dingen, die für ältere Menschen wichtig sind. Zum Beispiel, wenn es darum geht, so lange wie möglich im eigenen Zuhause und der gewohnten Umgebung wohnen zu bleiben. Dabei geht es um Netzwerken, um Sicherheit und natürlich um das Aufeinander-achtgeben. Ich denke, da kann ich gute Impulse setzen.“

Seit 23 Jahren lebt Gudrun Jüttner bei der GWG. Ihr Zuhause befindet sich In der Huppertslaach. Dort bezog sie zunächst die obere Etage, heute bewohnt sie mit ihren erwachsenen Kindern das gesamte Haus. Sie alle sind in dem Viertel verwurzelt, und das aus guten Gründen. „Es ist ein ruhiges Veedel mit einem fast ländlichen Charakter. Wenn man hier aus der Terrassen-Tür schaut, blickt man nur ins Grüne. Fast hundert Meter weit grenzen die Gärten der Anwohner aneinander. Trotzdem sind wir aber in fünf Minuten in der Stadt. Das ist schon einmalig.“

Dass sie sich bei der GWG wohnfühlt, liegt aber nicht nur an der Lage. „Die Nachbarschaft ist super. Wir haben teilweise die Hausschlüssel voneinander, um bei Abwesenheit des Anderen Blumen zu gießen oder nach dem Rechten zu sehen. Wir feiern zusammen Geburtstage und helfen uns. Wir bauen zum Beispiel gerade ein Gartenhäuschen. Unsere Nachbarn unterstützen uns, indem sie Material-Lieferungen annehmen, uns Werkzeug leihen oder es uns ermöglichen, den Splitt durch ihren Garten zu tragen. Die Kinder, die hier wohnen, sind zusammen aufgewachsen. Das alles verbindet uns in unserem Veedel.“

Dies ist auch ein Grund, warum Gudrun Jüttner die Anfrage der GWG, ob sie sich die Arbeit als Aufsichtsratsmitglied vorstellen könnte, bejaht hat. „Ich fühle mich als GWG-Mitglied und Bewohnerin mit den anderen Mitgliedern vertraut und verbunden. Daher mache mir zur Aufgabe, dass ich auch mit meinem beruflichen Hintergrund Maßnahmen zur Erhaltung, Weiterentwicklung und Planung von Wohneinheiten mitgestalte. Ich möchte und werde Ideen mit einbringen. Ich würde mich freuen, wenn Mieter und Mitglieder mich ansprechen, wenn sie Anregungen haben oder auch Kritik äußern möchten.“ Willkommen im Aufsichtsrat der GWG!